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Jüdisches Leben in Sachsen zu fördern und Antisemitismus konsequent zu bekämpfen sind zwei Seiten der gleichen Medaille.

07.07.2020, 13:15 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Der Beauftragte der Staatsregierung für das Jüdische Leben hat seinen zweiten Bericht im Kabinett vorgestellt.

Der Beauftragte der Staatsregierung für das Jüdische Leben, Thomas Feist, sieht es als erforderlich an, die jüdische Kultur, deren Vermittlung und die Arbeit gegen Antisemitismus weiterhin zu unterstützen. Ein wichtiges Instrument dazu könnte aus seiner Sicht eine langfristig angelegte Grundförderung für Tage der jüdischen Kultur aus dem Haushalt des Freistaates sein. Ebenso sollten Träger jüdischer Kultur für ihr Wirken mit einem institutionell verankerten finanziellen Sockelbetrag unterstützt werden. Die möglichst hohe Sicherheit bei maximaler Offenheit ist ein Grundanliegen der Jüdischen Gemeinden in Sachsen. Um diese zu gewährleisten, sollten unter anderem besonders geschulte Vertrauenspersonen bei den Polizeibehörden, der Staatsanwaltschaft und dem Landesverfassungsschutz benannt werden und zur Verfügung stehen.

Der Beauftragte informiert, dass derzeit Vorbereitungen und Abstimmungen zur Einrichtung einer niederschwelligen Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus und einer Psychosozialen Beratungsstelle für Betroffene von Antisemitismus in Sachsen laufen.
Ein Festjahr zu 1700 Jahre jüdischem Leben in Deutschland soll 2021 in der gesamten Bundesrepublik mit verschiedenen Projekten und Veranstaltungen begangen werden. Der Beauftragte ruft zu einer regen Beteiligung sächsischer Akteure auf. Es gibt bereits viele spannende Projektideen.
Informationen zum Verein 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.: https://www.1700jahre.de/
Informationen zum Festjahr und zu Fördermöglichkeiten: https://2021jlid.de/

»Neben Aufklärungsarbeit und Dialog sind auch Haltung und Courage im Alltag wichtig. Dazu ist eine wache und engagierte Zivilgesellschaft notwendig, die für eine tolerante und demokratische Gesellschaft einsteht. Die Bestärkung ehrenamtlicher Arbeit, die Verbreitung von Informationen über das Judentum und Strategien gegen Antisemitismus durch tragfähige Netzwerke ist von großer Bedeutung.«, betont Feist.

In der heutigen Kabinettssitzung am 7. Juli 2020 hat der Beauftragte der Staatsregierung für das Jüdische Leben seinen zweiten Bericht vorgestellt. Darin wird die derzeitige Situation jüdischen Lebens in Sachsen ebenso geschildert wie auftretender Antisemitismus klar benannt. Zugleich wendet sich der Beauftragte mit Handlungsempfehlungen an die Staatsregierung des Freistaats.

»Jüdisches Leben in seiner Vielfalt ist ein genuiner Teil unserer sächsischen Gesellschaft und steht erfreulicherweise mit im Fokus der Sächsischen Staatsregierung.«, so der Beauftragte.
2019 wurde das Fach »Jüdische Religion« als ordentliches Lehrfach in den Stundenplan sächsischer Schulen aufgenommen. Seitdem haben jüdische Schüler auch die Möglichkeit Religionsunterricht ihres Bekenntnisses zu besuchen.

Der Beauftragte wird in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit durch einen Expertenrat unterstützt.


Kontakt

Beauftragter der Sächsischen Staatsregierung für das Jüdische Leben und gegen Antisemitismus

Ansprechpartnerin Elisabeth Kirchhof

Telefon: +49 351 564 65350

Telefax: +49 351 564 65559

E-Mail: elisabeth.kirchhof@smk.sachsen.de

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