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9. Sächsisches Geschichtscamp startet digital

28.09.2020, 10:08 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Mit Zeitzeugen, Videos und Podcast die deutsche Teilung, DDR-Geschichte und Wiedervereinigung erforschen – Lernmaterial geht am 29. September online

Auch zum 30. Jahrestag der deutsch-deutschen Wiedervereinigung gibt es ein Geschichtscamp für Schüler in Sachsen. Aufgrund der Corona-Pandemie wird allerdings auf ein geplantes gemeinsames Treffen zwischen Sachsen und Baden-Württemberg verzichtet. Das Geschichtscamp findet in diesem historischen Jahr an einzelnen Schulen statt und startet dann digital durch. Alle Lern- und Forschungsmaterialien gehen am 29. September 2020 online und sind abrufbar unter: www.geschichtscamp.de/aktuelles. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Themen wie »Ausländerfeindlichkeit in der DDR«, »Die Todesstrafe in der DDR« oder »Opposition in der DDR«.

»Politische Bildung und die Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit des 20. Jahrhunderts ist ein wichtiges Fundament unserer Demokratie. Die Geschichte zeigt den Schülern, dass ihr Leben in Freiheit nicht selbstverständlich ist«, so Kultusminister Christian Piwarz. »Für Schüler ist die Teilung, DDR und Wiedervereinigung bereits graue verstaubte Vergangenheit. Allein mit Informationen aus dem Schulbuch und Fakten vom Zeitstrahl locken wir die Kids nicht hinterem Tablet vor. Ganz wichtig sind hier Zeitzeugengespräche. Durch sie wird die Geschichte lebendig, emotional und greifbar – ein wichtiger Motor fürs Lernen«, so Piwarz, der sich bei allen Beteiligten bedankte, die zur Durchführung des Geschichtscamps in dieser besonderen Form beigetragen haben. »Der Ausfall war keine Option, dafür ist die Botschaft und das Ziel des Geschichtscamps zu wichtig«, machte Piwarz deutlich.

Mittels aufgezeichneter Zeitzeugengespräche an Schulen, Videovorträgen, unter anderem mit dem Historiker Ilko-Sachs Kowalczuk zum Thema »Übernahme? – Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde« oder einem Podcast »Kinderspionage und Lieblingsdecknamen« mit dem Stasiforscher und Geheimdienstexperten, Prof. Dr. Helmut Müller-Enbergs sowie Hinweisen für Lehrer und einer Videobotschaft des Kultusministers Christian Piwarz, können die Schüler spannende Zeitreisen in die Vergangenheit starten und sich mit diesen Erfahrungen umso besser mit der Gegenwart auseinandersetzen.

»Ein digitales Geschichtscamp ist auch eine Chance, mehr Schüler zu erreichen, weil wir durch das digitale Angebot ihre Lebenswirklichkeit mit der Vergangenheit verknüpfen. Das Interesse wird so viel schneller bei den Jugendlichen geweckt und auch die Reichweite wird durch den vereinfachten Zugang sowie möglichen Likes und Teilungen in den sozialen Medien viel größer sein«, so Kultusminister Christian Piwarz. Er machte aber auch deutlich, dass gerade ein richtiges Treffen und der Austausch zwischen Schülern aus Sachsen und anderen Bundesländern nach wie vor im Mittelpunkt stehen muss. Nur so kann das weitere Zusammenwachsen gefördert werden. Daher wird das 9. Sächsische Geschichtscamp in seiner Originalversion im nächsten Jahr hoffentlich wieder von Angesicht zu Angesicht stattfinden.

Die Zeitzeugengespräche und Vorträge mit medialer Aufzeichnung fanden an folgenden Schulen statt:

Georg-Weerth-Oberschule Chemnitz: Wolfgang Lötzsch, Zeitzeuge - Die verhinderte Karriere eines DDR-Spitzenradsportlers

BSZ für Gesundheit und Sozialwesen Chemnitz: Kim Pickenhain, Zeitzeugin, Nur noch raus! Eine Punkerin rebelliert in Karl-Marx-Stadt

Gymnasium am Breiten Teich: Vortrag und Diskussion mit Dr. Gerald Hacke, Historiker, Gedenkstätte Münchner Platz Dresden zum Thema: Die Todesstrafe in der DDR - Hinrichtungen unter strengster Geheimhaltung

BSZ Grimma: Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Helmut-Müller Enbergs, Politikwissenschaftler und Leiter der Spionageabwehr beim Verfassungsschutz Berlin zum Thema: Aktenöffnung und Inoffizielle Mitarbeiter/innen der Staatssicherheit

Sankt Augustin Gymnasium Grimma: Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Helmut-Müller Enbergs, Politikwissenschaftler und Leiter der Spionageabwehr beim Verfassungsschutz Berlin zum Thema: Aktenöffnung und Inoffizielle Mitarbeiter/innen der Staatssicherheit

Oberschule »Am Planetarium« Hoyerswerda: Vortrag und Diskussion mit Peter Wensierski, Journalist und Autor zum Thema: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Ausländerfeindlichkeit in der DDR und der Umbruch 1989/90

Anton-Philipp-Reclam-Schule, Gymnasium der Stadt Leipzig: Gesine Oltmanns, Zeitzeugin, Friedensgebete und Montagsdemonstrationen – Opposition in der DDR


Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Pressesprecher Dirk Reelfs

Telefon: +49 351 564 65100

Telefax: +49 351 564 65019

E-Mail: presse@smk.sachsen.de

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