Aktuelles zu den besenderten Wölfen in Sachsen

12.01.2026, 10:52 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Symbolbild Wolf (© LfULG)

Symbolbild Wolf (© LfULG)

In Sachsen senden aktuell vier Wölfe Daten für das wissenschaftliche Wolfsmonitoring. Das geht aus dem Bericht zum Landesbesenderungsprogramm Wolf hervor, den das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) heute veröffentlicht hat.

Neu am Sender sind zwei herangewachsene Wolfswelpen, die im Rahmen von Managementmaßnahmen gefangen und mit einem Halsbandsender ausgestattet wieder freigelassen wurden, um den Erfolg der Maßnahme überwachen zu können.

Bei MT15 handelt es sich um einen Welpen des Rudels Großhennersdorf, der im südlichen Landkreis Görlitz immer wieder durch Nahbegegnungen mit Menschen auffiel. Das LfULG berichtete am 21. November 2025 via Medieninformation. Seit mittlerweile drei Wochen zeigen die Senderdaten, dass der Wolfswelpe vorwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs ist und sich überwiegend im Wald aufhält. Es gibt keine Meldungen von auffälligen Sichtungen des Tieres. Nach jetzigem Stand deutet vieles darauf hin, dass die Vergrämung erfolgreich gewesen sein könnte.

Am 18.12.2025 verfing sich ein männlicher Wolfswelpe (MT16) in einem nichtstromführenden Netzzaun bei Beilrode im Landkreis Nordsachsen. Nachdem das Tier betäubt und von fachkundigen Personen befreit worden war, wurde es von einem Tierarzt auf mögliche Verletzungen untersucht, mit einem Halsbandsender versehen und am selben Abend wieder freigelassen. Das Tier hält sich seither ausschließlich in Sachsen-Anhalt im Raum der Annaburger Heide auf. Genetikproben sollen Aufschluss darüber geben, ob es sich um einen Welpen des dort ansässigen Rudels »Annaburger Heide« handelt. Die bislang ausgewerteten Senderdaten zeigen, dass der Wolf in Sachsen-Anhalt mehrmals Grundstücke aufsuchte, dies jedoch in der Regel nachts. Diese Verhaltensweise ist an sich nicht auffällig. Am zweiten Weihnachtstag sorgte MT16 jedoch erneut für Aufregung, als er sich vormittags auf einem Hof im Raum Jessen in Sachsen-Anhalt, offensichtlich futtersuchend, aufhielt und erst nach längerer Zeit vertrieben werden konnte. Im Zusammenhang mit diesem Zwischenfall prüft das zuständige Wolfskompetenzzentrum Iden (WZI) des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt derzeit weitere Maßnahmen.

Von den vier Wölfen, die im Frühjahr 2025 im Rahmen des Landesbesenderungsprogramms in Sachsen besendert worden waren, senden aktuell nur noch zwei Tiere Daten. Während MT13 »Ulli« weiterhin großräumig als sogenannter Floater zwischen den bestehenden Territorien umherstreift, stellte sich heraus, dass MT12 »Micha« der Rüde des damit neu bestätigten Rudels Bernstein ist. Zusammen mit seiner Fähe hat er im Sommer 2025 mindestens vier Welpen großgezogen. Zur Einordnung: Als Floater werden erwachsene Wölfe bezeichnet, die sich zwischen den Territorien bewegen, jedoch kein eignenes Territorium besitzen

Der Fähe FT18 »Sofi«, die im April 2025 zum zweiten Mal gefangen und mit einem Sender ausgestattet worden war, gelang es nach nur vier Monaten ihr Senderhalsband abzustreifen. Anfang Oktober wurde der Kadaver der Wölfin entdeckt. Sie starb eines natürlichen Todes, vermutlich aufgrund einer schweren Verletzung, die sie sich bei der Jagd auf Rotwild zugezogen hat.

Der ebenfalls im Frühjahr 2025 besenderte Rüde MT14 »Jarek« hatte sich im Mai noch intensiv mit FT18 »Sofi« um den gemeinsamen Nachwuchs gekümmert, verließ das Territorium jedoch noch während der Aufzucht der Welpen. Spätere Fotofallenaufnahmen zeigten, dass ein anderer Rüde ihm die Paarungsposition streitig gemacht hatte. Seitdem war MT14 ebenfalls als Floater zwischen den Territorien unterwegs. Sein Halsband sende seit Mitte Dezember 2025 keine Daten mehr.

Hintergrundinformation:

Das Wolfsmonitoring wird im Auftrag des Landesumweltamtes Sachsen (LfULG) vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz und dem LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland durchgeführt.

Die Radiotelemetrie ist eine in der Wildtierforschung weit verbreitete wissenschaftliche Methode zur Gewinnung von Erkenntnissen über Raumnutzungsmuster sowie über die räumliche Ausbreitung und Lebensweise freilebender Tiere. Dem Wolf wird unter Betäubung ein Halsbandsender angelegt. So kann der Aufenthaltsort des Tieres aus der Entfernung lokalisiert werden, ohne es durch direktes Aufsuchen oder direkten Sichtkontakt zu stören.

In Sachsen dient diese Methode in erster Linie der Ermittlung der Größe, Lage sowie der räumlich-zeitlichen Nutzung eines Wolfsterritoriums beziehungsweise zum Abwanderungsverhalten junger Tiere, wird aber auch zur intensiven Beobachtung auffällig gewordener Wölfe im Rahmen des Wolfsmanagements eingesetzt.


Kontakt

Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Pressesprecherin Karin Bernhardt
Telefon: +49 351 2612 9002
Telefax: +49 351 4511 9283 43
E-Mail: karin.bernhardt@lfulg.sachsen.de
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