Grüne Woche in Berlin: Landwirtschaftsminister von Breitenbuch fordert bessere Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft
19.01.2026, 11:38 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Beim traditionellen Ländertag auf der Grünen Woche in Berlin forderte Sachsens Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch heute (19.1.) angesichts der aktuellen Lage bessere Rahmenbedingungen für die sächsische Landwirtschaft.
»Die Lage ist paradox: Trotz oder gerade wegen einer insgesamt überdurchschnittlich guten Ernte kämpfen unsere Bauern mit dem akuten Preisverfall bei Getreide und Kartoffeln, aber auch bei Milch und Fleisch, oftmals sind nicht einmal die Produktionskosten gedeckt«, bilanziert von Breitenbuch. Dafür sind größtenteils die globalen Märkte verantwortlich. »Den Weltmarkt können wir nicht beeinflussen. Aber wir können unsere heimische Landwirtschaft unterstützen, in dem wir die Rahmenbedingungen verbessern.« Dazu gehören aus Sicht des Ministers klare, verbindliche Regelungen zu Düngevorschriften und Pflanzenschutzregeln sowie verlässliche Förderungen im Sinne einer stabilen, wettbewerbsfähigen Landwirtschaft und im Interesse der ländlichen Räume.
Deshalb setzt sich Sachsen im Zuge der Novellierung des Düngegesetzes im Bund für ein effizientes, rechtssicheres und praxisgerechtes Düngerecht ein, das, basierend auf wissenschaftlichen Vorgaben, den Belangen des Wasserschutzes und der Landwirtschaft gleichermaßen gerecht wird. Die betroffenen Landwirte benötigen langfristige Planungssicherheit. Zudem muss ein tragfähiges nationales Düngerecht auch dem Bürokratieabbau und den finanziellen Möglichkeiten der Länder Rechnung tragen.
»Die sächsische Landwirtschaft leistet mit ihren hervorragenden Erzeugnissen und Mengen einen erheblichen Beitrag zur Ernährungssicherheit«, so der Landwirtschaftsminister. »Damit ist sie Teil der kritischen Infrastruktur und verdient als solche unsere besondere Unterstützung und Aufmerksamkeit.« Gemeinsam mit seinen Ministerkolleginnen und -kollegen aus den ostdeutschen Bundesländern macht sich von Breitenbuch auch bei den Verhandlungen in Brüssel zur künftigen Agrarförderung ab 2028 für die Belange der sächsischen Landwirtschaft stark.
Die Land- und Ernährungswirtschaft sieht sich – wie derzeit viele Wirtschaftsbereiche in Deutschland – weiteren großen Herausforderungen gegenüber: Hohe Energie- und Treibstoffkosten belasten Produktion, Verarbeitung und Transport, schwankende Rohstoffpreise erhöhen Kosten und Unsicherheit, zu Lieferkettenprobleme kommen steigende Logistikkosten, qualifizierte Fachkräfte fehlen in vielen Bereichen. Darüber hinaus sind regulatorische Anforderungen zu Lebensmittelsicherheit, Kennzeichnung, Herkunft, Umweltauflagen, Tierschutz und der Investitionsbedarf in Automatisierung und Digitalisierung zu erfüllen.
Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Sachsen verringerte sich im Wirtschaftsjahr 2023/24 um 60 Betriebe im Haupterwerb, es wurden etwa 12.000 Rinder weniger gehalten als ein Jahr zuvor. »Ein Höfe- und Ställesterben muss unter allen Umständen vermieden werden. Wir sehen, dass die Branche die aktuellen Herausforderungen mutig angeht. Sie punktet, davon können wir uns auf der Grünen Woche überzeugen, mit qualitativ hochwertigen und innovativen Produkten«, resümiert Landwirtschaftsminister von Breitenbuch. »Doch es bedarf der Unterstützung der Gesellschaft und der Politik für dieses so wichtige Feld. Daher fördern wir die Land- und Ernährungswirtschaft mit einer Vielzahl von Instrumenten und Maßnahmen, insbesondere zur Steigerung des regionalen Absatzes. Die Grüne Woche ist hierfür das beste Beispiel. Auch die Verbraucherinnen und Verbraucher können sich immer wieder bewusst für regionale Lebensmittel entscheiden.«
Neben der Präsenz auf der Grünen Woche und auf regionalen Messen unterstützt das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft die Branche unter anderem mit der Förderrichtlinie Marktstrukturverbesserung, um Investitionen für kleine und mittlere Unternehmen der Ernährungswirtschaft sowie Gründung, Tätigwerden und Investitionen von Erzeugerorganisationen zu ermöglichen. 2025 wurden für 17 Vorhaben rund 3,1 Millionen Euro an Zuschüssen ausgezahlt. Staatsminister von Breitenbuch steht für eine geeinte Landwirtschaft, die sowohl konventionelle als auch ökologische Bewirtschaftungsarten unterstützt. Verbraucherinnen und Verbraucher finden im Regionalportal https://www.regionales.sachsen.de mehr als 450 regionale Anbieter von Lebensmitteln, davon 111 Bio-Anbieter. Die Bio-Regio-Modellregionen Bautzen, Vogtland, Zwickau und Oberes Elbland sowie der Zukunftsmarkt regional werden ebenfalls unterstützt, für mehr regionale Wertschöpfung vom Hof zum Teller und vor Ort. Einblicke in die Arbeit der Landwirte bieten der Tag des offenen Hofes und die sächsischen Bio-Erlebnistage.
Die aufgeführten Maßnahmen werden mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes sowie aus Mitteln des Bundes.