Hochwasserrückhaltebecken Oberbobritzsch: Aktueller Stand der Bauarbeiten - Rückbau von zwei alten Eisenbahnbrücken, Fertigstellung Umgehungsgerinne für die Bobritzsch

16.04.2026, 15:25 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Baustelle Hochwasserrückhaltebecken Oberbobritzsch - Brückenrückbau (© Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Fotograf Robert Lohse)

Ein Teil der alten Eisenbahnbrücke, die über den Holzbach führte, wird durch einen Kran ausgehoben.

Baustelle Hochwasserrückhaltebecken Oberbobritzsch - Brückenrückbau (© Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Fotograf Robert Lohse)

Ein Teil der alten Eisenbahnbrücke, die über den Holzbach führte, wird durch einen Kran ausgehoben.

Ein Teil der alten Eisenbahnbrücke, die über den Holzbach führte, wird durch einen Kran ausgehoben.

Mit der Demontage von zwei alten Eisenbahnbrücken in Oberbobritzsch (Lkr. Mittelsachsen) begann heute (Donnertag, 16. April 2026) der Rückbau des restlichen Bahndammes der ehemaligen Kleinbahn Klingenberg-Colmnitz-Frauenstein. Der ungenutzte Bahndamm querte zwischen Oberbobritzsch und Friedersdorf die künftige Dammfläche und den Einstaubereich des Beckens. Die beiden Brücken führten über den Holzbach und die Bobritzsch. Begonnen hatten die Arbeiten an der ehemaligen Bahntrasse bereits im letzten Jahr.

Die Einfeldbrücke über die Bobritzsch wurde dem Förderverein Westsächsische Historische Eisenbahnen e.V. übergeben, der diese aufarbeiten lässt und in Schönheide als Ersatz für eine vergleichbare Eisenbahnbrücke nutzen möchte, die in den 1980er Jahren abgerissen wurde. Die zweite Brücke wird zerlegt und recycelt.

Danach kann die temporäre Baustraße zum Bahndamm bis zur Hauptbaustraße zurückgebaut und die Flächen begrünt werden. Ab Mai wird der Bau des bauzeitlichen Umgehungsgerinnes für die Bobritzsch fortgesetzt. Es soll bis Sommer 2026 fertiggestellt sein, so dass der Fluss umgebunden werden kann.

Bis Ende des Jahres sollen zudem die Ausführungsplanung und die europaweiten Ausschreibungen für den einzurichtenden Steinbruch erfolgen, so dass sich die Hauptbauleistungen ab Mitte 2027 anschließen können.

Hintergrundinformationen

Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen baut an der Bobritzsch zwischen Friedersdorf und Oberbobritzsch im Flussgebiet der Freiberger Mulde ein gesteuertes grünes Hochwasserrückhaltebecken. Das bedeutet, dass das Becken nur bei Hochwasser eingestaut wird. Mit dem Becken wird sich der Hochwasserschutz für die Gemeinden an der Bobritzsch und der Freiberger Mulde bis nach Döbeln deutlich verbessern. Der Bau des Beckens wird voraussichtlich vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen und insgesamt rund 63 Millionen Euro kosten. Es wird finanziert aus Mitteln des Nationalen Hochwasserschutzprogramms des Bundes sowie aus Landesmitteln.

Gebaut wird ein Steinschüttdamm mit Asphaltinnendichtung, der rund 17 Meter hoch und an der Dammkrone 550 Meter breit ist. Der Damm hat ein Durchlassbauwerk, das aus einem Ökodurchlass, den Betriebsauslässen und einem Tosbecken besteht. Zudem gehören eine Hochwasserentlastungsanlage und ein Betriebsgebäude zum Bauwerk. Der Steinschüttdamm wird begrünt und passt sich somit harmonisch ins Landschaftsbild ein.

In den Stauraum passen bei Vollstau rund 4,86 Millionen Kubikmeter Wasser. Er erstreckt sich auf einer Fläche von zirka 94,7 Hektar und umfasst dabei rund 82 Grundstücke in Oberbobritzsch und Friedersdorf. Begrenzt wird der Stauraum im Westen und Osten durch die Ausläufer der Orte Oberbobritzsch und Friedersdorf. Im Süden verläuft er fast parallel zur Staatsstraße S188. Im Norden bilden das Waldgebiet Jungfernholz und das in Richtung Kreisstraße K7730 ansteigende Gelände natürliche Grenzen.

Hinweis an die Redaktionen

Auf dem Foto im Anhang ist zu sehen, wie die Eisenbahnbrücke ausgehoben wird, die über den Holzbach führte.

Das Foto darf unter Angabe folgender Quelle veröffentlicht werden:
© Landestalsperrenverwaltung Sachsen / Fotograf Robert Lohse


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