Militärische Hinterlassenschaften verschwinden, neuer Lebensraum entsteht – umfangreiche Ökokontomaßnahme durch ZFM abgeschlossen

12.05.2026, 11:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Fledermaussteine an einer Bunkerdecke, Boden mit Sandschüttung zur Feuchteregulation, im Hintergrund Wasserzufluss von der Bunkerdecke (© SIB/ZFM)

Fledermaussteine an einer Bunkerdecke, Boden mit Sandschüttung zur Feuchteregulation, im Hintergrund Wasserzufluss von der Bunkerdecke (© SIB/ZFM)

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Zum Abtransport gelagerte Abbruchmaterialien im Zufahrtbereich zur Liegenschaft im März 2026 (© SIB/ZFM)

Zum Abtransport gelagerte Abbruchmaterialien im Zufahrtbereich zur Liegenschaft im März 2026 (© SIB/ZFM)

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Verbliebener Postenturm mit Fledermauskästen (© SIB/ZFM)

Verbliebener Postenturm mit Fledermauskästen (© SIB/ZFM)

Nur wenige Kilometer nördlich von Dresden, zwischen Ottendorf-Okrilla und Königsbrück, liegt die Laußnitzer Heide. Das immerhin 50 Quadratkilometer große Waldgebiet mit Hügeln, Waldmooren und Heideland wird von Wanderern und Ausflüglern wenig frequentiert. Die Laußnitzer Heide ist daher ein Geheimtipp für jene, die Ruhe suchen und Natur genießen wollen.

In der DDR-Zeit haben die sowjetischen Streitkräfte dem Waldgebiet erheblichen Schaden zugefügt. Außerdem wurde im westlichen Teil der Laußnitzer Heide bei Würschnitz eine mit Mauern, Doppelzaun- und Hundelaufanlagen sowie mit Wachtürmen gesicherte Versorgungsbasis errichtet. Dort lagerten große Mengen an Munitionsbeständen der Deutschen Volkspolizei. Nach dem Ende der DDR wurde das Munitionslager Würschnitz noch bis vor wenigen Jahren zur Aufbewahrung von Sprengstoff genutzt.

Seit 2023 baute das Zentrale Flächenmanagement Sachsen (ZFM) als Geschäftsbereich im Sächsischen Immobilien- und Baumanagement im Rahmen einer Ökokontomaßnahme über 50 Munitionslagergebäude mit ca. 23.000 Kubikmetern umbautem Raum zurück. Außerdem wurden sonstige Bauwerke wie Gruben, Mauern, Zäune beseitigt und ca. 16.000 Quadratmeter Beton- und Asphaltflächen entsiegelt. Die unterirdischen Bunker- und Tunnelanlagen und ein Wachturm blieben erhalten. Dort entstanden fast 1.000 Fledermausquartiere. Weiterhin wurden 20 Reptilienhabitate angelegt. Während der Bauzeit musste ZFM ferner über 4.000 m Schutzzäune für Reptilien aufstellen und unterhalten. Beim Ausbau eines Sickerschachtes hat ZFM mehr als 2.000 Panzergranaten gefunden, die vom Kampfmittelbeseitigungsdienst geborgen werden mussten. Die Panzergranaten stellten sich als unscharfe Übungsmunition sowjetischer Bauart heraus.

Die Ökokontomaßnahme kostete rund 1,5 Mio. Euro und wird vollständig durch den Verkauf von Ökopunkten refinanziert. Einen Teil der Ökopunkte verkauft ZFM an die Straßenbauverwaltung, insbesondere zur Kompensation mehrerer Radwegebaumaßnahmen.


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