Von Kanada lernen: Einwanderung in Sachsen verbessern

05.10.2022, 10:21 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

/
Von Kanada lernen: Einwanderung in Sachsen verbessern (© SMWA/Kristin Schmidt)

Staatsminister Martin Dulig im Gespräch mit Dr. Matthias Geissler (ZEFAS) und Christian Bernard (Montréal International)

Von Kanada lernen: Einwanderung in Sachsen verbessern (© SMWA/Kristin Schmidt)

Staatsminister Martin Dulig im Gespräch mit Dr. Matthias Geissler (ZEFAS) und Christian Bernard (Montréal International)

Staatsminister Martin Dulig im Gespräch mit Dr. Matthias Geissler (ZEFAS) und Christian Bernard (Montréal International)

ZEFAS hat sich in Kanada über neue Wege zur Fachkräftegewinnung informiert

Im Freistaat Sachsen fehlen bis 2030 nach aktueller Bevölkerungsentwicklung 150.000 Arbeits- und Fachkräfte. Das im Frühjahr 2022 gegründete Zentrum für Fachkräftesicherung und Gute Arbeit (ZEFAS) unterstützt sächsische Unternehmen bei der Bewältigung dieser Herausforderung.

Im Einreiseland Kanada informierte sich das ZEFAS im Rahmen einer Delegiertenreise um Sachsens Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Dulig über den kanadischen Weg der Integrationspolitik. Neben den Themenbereichen Wasserstoff und Bergbau war ein wichtiger Schwerpunkt der Austausch zum Thema »Zuwanderung und Integration«.

Ziel war nicht das Gewinnen von Fachkräften aus Kanada für Sachsen, sondern das Anstreben einer Lernpartnerschaft. Beide Seiten hätten sich dafür offen gezeigt, resümiert Dr. Matthias Geißler, Leiter des ZEFAS: »Alle Akteure begegneten uns mit großer Offenheit und Interesse. Sie haben sich sehr viel Zeit für uns und den gemeinsamen Austausch genommen.«

In vielen Bereichen stehen Kanada und Sachsen ähnlichen Herausforderungen gegenüber. In dem nordamerikanischen Land ist der globale Wettbewerb um Talente ebenso spürbar, gerade in wichtigen Bereichen wie der IT. Die demografische Entwicklung und ein zunehmendes Gefälle zwischen städtischen und ländlichen Regionen sind weitere Gemeinsamkeiten. »Die Kanadier bezeichnen ihr Land selbst als Einwanderungsland. Entsprechend hoch und selbstverständlich sind Unterstützung sowie Akzeptanz für Zuwanderung in der Bevölkerung«, berichtet Dr. Geißler. »Hier können wir für Sachsen viel lernen, ebenso von den vielen etablierten und gut eingespielten Strukturen bei Einwanderung und Integration von Zuzüglern.«

Die flächenmäßig größte Provinz in Kanada Quebec steht außerdem einer weiteren Herausforderung gegenüber, die auch in Sachsen eine immer größere Rolle spielt: Das zügige Erlernen der französischen Amtssprache wird für einen längerfristigen Aufenthalt als unabdingbar angesehen. »Nichtsdestotrotz gibt es aber auch Unterschiede und damit Möglichkeiten für Profilierung und Abgrenzung«, zieht Dr. Geißler Bilanz. »Studieren ist beispielsweise für viele Ausländer oftmals deutlich teurer als in Deutschland. So auch in Kanada. Hier haben wir in Sachsen für die Fachkräftegewinnung ein großes Potential, das wir noch aktiver nutzen könnten. Glücklicherweise hat uns auch dafür die Kanada-Reise bereits Ideen geliefert.«

Abschließend fasst Dr. Geißler zusammen, habe man viele Impulse und Anknüpfungspunkte auf unterschiedlichen Ebenen der Fachkräftesicherung gewonnen. Er ist überzeugt: »Integration und eine Willkommenskultur sind auch für Sachsen wichtige Schlüsselelemente der zukünftigen Fachkräftesicherung.«

Hintergrund:

Mit dem ZEFAS (Zentrum für Fachkräftesicherung und Gute Arbeit) wurde im Mai 2022 in Sachsen ein Fachzentrum für die Fachkräftegewinnung und Fachkräftesicherung gegründet. Das ZEFAS unterstützt die sächsischen Unternehmen und Beschäftigten als landesweite Servicestelle beiden Themen Integration und arbeitsmarktbezogene Zuwanderung, berufliche Aus- und Weiterbildung, Tarifauskunft und Schaffung Guter Arbeitsbedingungen. Das ZEFAS führt die vielfältigen Akteure, Aktivitäten und Ansätze zur Fachkräftesicherung und -gewinnung im Freistaat Sachsen zusammen und informiert zu diesen.


zurück zum Seitenanfang