Sanierung Talsperre Lichtenberg: Ersatzrohwasserversorgung geht in Regelbetrieb - Testphase erfolgreich abgeschlossen

07.11.2024, 13:28 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Nach einer erfolgreich verlaufenen Testphase seit August 2024 und der weit fortgeschrittenen Entleerung der Talsperre Lichtenberg (Lkr. Mittelsachsen) ist die Ersatzrohwasserversorgung für die Wasserwerke Lichtenberg und Freiberg nun für die Dauer der Sanierung der Talsperre in den Regelbetrieb übergegangen. Nach der Auswertung der Testergebnisse, umfangreichen Vorbereitungsmaßnahmen und in Abstimmung mit der Landesdirektion Sachsen beschloss die Landestalsperrenverwaltung Sachsen unter Einbeziehung des Zweckverbandes Fernwasser Südsachsen und des Wasserzweckverbandes Freiberg, die Talsperre Lichtenberg vom Netz zu nehmen. Die Ersatzrohwasserversorgung endet, wenn nach Abschluss der Sanierungsarbeiten und Wiederanstau genügend Wasser in der erforderlichen Güte in der Talsperre Lichtenberg wieder vorhanden ist.

Für die Komplexsanierung muss die Trinkwassertalsperre vollständig entleert werden. Deshalb wurde ab 2015 für die Wasserwerke Lichtenberg und Freiberg eine Ersatzrohwasserbereitstellung geplant und aufgebaut. Diese erfolgt im Wesentlichen über die Talsperre Rauschenbach und die Obere Revierwasserlaufanstalt Freiberg. Im Pumpwerk Lichtenberg wird das Rohwasser an die angeschlossenen Wasserwerke abgegeben.

Der Rohwasservorrat in der Talsperre Rauschenbach wurde in diesem Zusammenhang für den Sanierungszeitraum erhöht. Darüber hinaus wird zusätzliches Wasser aus der oberhalb liegenden Talsperre Fláje bezogen. Diese wird vom tschechischen Staatsbetrieb Povodí Ohře betrieben.

In den vergangenen Jahren wurden zudem verschiedene bauliche Maßnahmen umgesetzt, um die Ersatzrohwasserversorgung vorzubereiten. So wurden das Wasserwerk Freiberg durch einen Neubau erweitert, Anpassungsmaßnahmen im Wasserwerk Lichtenberg durchgeführt und die Entnahmeanlagen der Talsperre Dörnthaler Teich saniert. Außerdem wurde die tiefenvariable Rohwasserentnahmeanlage der Talsperre Rauschenbach für die Ersatzbereitstellung durch bauliche Anpassungen optimiert.

Ein Teil des Wassers aus der Talsperre Rauschenbach, welches für die Ersatzrohwasserversorgung benötigt wird, wird normalerweise an das Talsperrensystem Klingenberg-Lehnmühle abgegeben. Um dies zu kompensieren wurde das Stauziel der Talsperre Lehnmühle temporär angehoben, so dass einen größeren Puffer für die Wasserversorgung der Landeshauptstadt Dresden sowie Freital und Umgebung zur Verfügung steht.

Während der gesamten Sanierung bleibt die Hochwasswrschutzwirkung der Talsperre Lichtenberg erhalten. Bei kleineren Ereignissen wird die Vorsperre Dittersbach genutzt, bei einem großen Hochwasser wird die Talsperre Lichtenberg eingestaut. Auch der Hochwasserschutz an der Flöha bleibt gewährleistet, da zum Ausgleich für den Höherstau der Talsperre Rauschenbach die neun Kilometer oberhalb liegende Talsperre Fláje abgesenkt wurde.

Hintergrundinformationen
Die Talsperre Lichtenberg wird seit rund 50 Jahren ununterbrochen betrieben. Um die Bereitstellung von Rohwasser für die Wasserversorgung und um den Betrieb der Stauanlage auch zukünftig sicher zu stellen, ist eine umfangreiche Sanierung erforderlich. Die Kosten dafür liegen bei rund 35 Millionen Euro.

Das Rohwasser der Talsperre Lichtenberg wird zunächst an den Zweckverband Fernwasser Südsachsen übergeben und von dort an den Wasserzweckverband Freiberg weiterverteilt. In den Wasserwerken Lichtenberg (gehört zum Zweckverband Fernwasser Südsachsen) und Freiberg (gehört zum Wasserzweckverband Freiberg) wird das Talsperrenwasser zu Trinkwasserqualität aufbereitet, um rund 200.000 Menschen in Freiberg, Mittelsachsen und im mittleren Erzgebirge zu versorgen. Darüber hinaus ist die Stauanlage über Rohrleitungen mit der Revierwasserlaufanstalt Freiberg und der Talsperre Klingenberg verbunden.

Weitere Informationen finden Sie im angehängten Informationsflyer.


Kontakt

Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen

Pressesprecherin Katrin Schöne
Telefon: +49 3501 796 378
Telefax: +49 3501 796 116
E-Mail: presse@ltv.sachsen.de

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