Förderung für eins energie in Chemnitz: Insgesamt über 6,5 Millionen Euro für Versorgungssicherheit
02.10.2025, 12:33 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Staatsministerin Regina Kraushaar hat heute an Roland Warner, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der eins energie in sachsen GmbH & Co. KG (kurz: eins), gleich zwei Fördermittelbescheide übergeben: Einen über 4,43 Millionen Euro für den Bau einer neuen Power-to-Heat-Anlage und einen über 2,25 Millionen Euro zur Installation für intelligente Hausanschlussstationen.
Die Fördermittel stammen aus dem Just Transition Fund (JTF) der Europäischen Union. Ziel des EU-Programms ist es, die Gebiete zu unterstützen, die aufgrund des Übergangs der EU zu einer klimaneutralen Wirtschaft schwerwiegende sozioökonomische Herausforderungen bewältigen müssen. Aufgrund der besonderen Betroffenheit des Unternehmens eins als ehemaliger Betreiber eines mit einheimischer Rohbraunkohle befeuerten Heizkraftwerks wurde Chemnitz in die Fördergebietskulisse des JTF aufgenommen.
Staatsministerin Regina Kraushaar: »Ich freue mich, dass wir mit unserer Förderung maßgeblich dazu beitragen werden, dass in Chemnitz die klimafreundliche Transformation umgesetzt werden kann. Alte Strukturen werden durch neue Technologien ersetzt und Digitalisierung wird genutzt, um Effizienz und Versorgungssicherheit zu steigern. Und gerade die Versorgungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger ist ein großer Wert, der alle Anstrengungen verdient und den Einsatz der Fördermittel wirklich lohnt.«
Roland Warner, Vorsitzender der eins-Geschäftsführung: »Mit dem Bau der neuen Power-to-Heat-Anlage in Altchemnitz können wir die steigende Spitzenlast im Fernwärmenetz zukünftig noch besser abdecken und zugleich mit Regelenergie einen wichtigen Beitrag leisten, um Netzschwankungen auszugleichen.« Warner weiter: »Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Optimierung unserer Fernwärmeversorgung sind intelligente Hausanschlussstationen. Diese schaffen die Möglichkeit zur Datenübertragung, Datenkommunikation und der Eingriffsmöglichkeit zwischen Hausanschlussstation und eins als Fernwärmeversorgungsunternehmen und steigern damit die Energieeffizienz und Zuverlässigkeit der Wärmeversorgung.«
Das Unternehmen eins erzeugt jährlich etwa 37.200 Megawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien und beteiligt sich zusätzlich an mehreren Windparks. Außerdem betreibt das Unternehmen in Chemnitz ein Fernwärmenetz mit rund 300 Kilometern – an diese städtische »Zentralheizung« sind rund 70.000 Wohnungen angeschlossen. Power-to-Heat ist die Technologie, die beides verbindet: Sie wandelt überschüssigen Strom, der in »Stoßzeiten« durch Windkraft oder Photovoltaik erzeugt wird, um in Wärme (Warmwasser) und nutzt so die vorhandene Energie effizient. Das Warmwasser wird ins Fernwärmenetz eingespeist. Die neue Power-to-Heat-Anlage (50 MW) entsteht am eins-Standort in Altchemnitz.
Eine Hausanschlussstation ist das Bindeglied zwischen Wärmeverteilung des Fernwärmeversorgers und dem Gebäude des Wärmeverbrauchers. Über die intelligente, digitale Steuerung werden Parameter wie Temperatur, Druck oder Mengen der ankommenden Fernwärme erfasst und an eine zentrale Stelle weitergeleitet. Dort werden die Daten verarbeitet. Über Daten zu Hauptnutzungszeiten können dann bspw. das Lastenmanagement optimiert und Wärmeverluste gemindert werden. Mit der JTF-Förderung können zwischen 2025 und 2028 in den Chemnitzer Fernwärme-Ausbaugebieten etwa 300 neue Hausanschlussstationen in den Gebäuden installiert werden.
Hintergrund:
Im Zusammenhang mit dem »Europäischen Grünen Deal« und dem Ziel der Klimaneutralität der EU bis zum Jahr 2050 wurde für den Förderzeitraum 2021 bis 2027 im Rahmen der EU-Kohäsionspolitik der Fonds für einen gerechten Übergang (Just Transition Fund – JTF) eingerichtet. Der Fonds soll Menschen, Wirtschaft und Umwelt in denjenigen Gebieten unterstützen, die aufgrund des Übergangs der EU zu einer klimaneutralen Wirtschaft schwerwiegende sozioökonomische Herausforderungen bewältigen müssen.
Für den Strukturwandel in den sächsischen Braunkohleregionen erhält Sachsen von der Europäischen Union bis 2027 Fördermittel in Höhe von rund 645 Millionen Euro. Im Lausitzer Revier sollen davon 375 Millionen Euro eingesetzt werden, im Mitteldeutschen Revier 200 Millionen Euro und in der Stadt Chemnitz 70 Millionen Euro. Chemnitz ist aufgrund der besonderen Betroffenheit des Kraftwerksbetreibers in die Fördergebietskulisse des JTF aufgenommen worden.