Besserer Schutz vor Hochwasser an der Zwickauer Mulde

26.01.2026, 08:55 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Landesdirektion Sachsen genehmigt Deicherneuerung zwischen Pölbitzer Brücke und Crossener Wehr

Die Landesdirektion Sachsen hat umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahmen im Stadtgebiet von Zwickau genehmigt. Entlang des rechten Ufers der Zwickauer Mulde wird zwischen Pölbitzer Brücke und Crossener Wehr auf einer Strecke von rund 1,8 Kilometern der bestehende Deich ausgebaut. Ergänzend dazu wird das Vorland abgesenkt, um dem Fluss bei Hochwasser mehr Raum zu geben. Ziel ist es, die angrenzenden Wohngebiete zuverlässig vor Hochwasserereignissen zu schützen, wie sie statistisch etwa alle 50 Jahre auftreten (HQ50).

»Hochwasserschutz ist immer auch Schutz von Menschen, Heimat und Lebensgrundlagen«, betont der Präsident der Landesdirektion Sachsen, Béla Bélafi. »In Sachsen haben wir erlebt, welche Folgen extreme Hochwasserereignisse haben können. Die Genehmigung ist ein erster wichtiger Schritt, um Anwohnerinnen und Anwohner vor Ort künftig besser zu schützen und das Sicherheitsgefühl nachhaltig zu stärken«, so Bélafi weiter.

Kern der genehmigten Maßnahme ist die Ertüchtigung des bestehenden Deiches in Verbindung mit einer Absenkung des Vorlandes. Ergänzend sind bauliche Hochwasserschutzelemente vorgesehen, wo die örtlichen Gegebenheiten keinen klassischen Deichausbau zulassen. So wird im Bereich der Pappelkurve aufgrund der beengten Platzverhältnisse eine Hochwasserschutzwand errichtet, am Pegelhaus entsteht eine Spundwand.

Die Genehmigung erfolgt vor dem Hintergrund einer bislang unzureichenden Hochwasserschutzsituation im betroffenen Bereich entlang der Zwickauer Mulde. Der vorhandene Deich weist bauliche Defizite auf und bietet bei hohen Wasserständen keine ausreichende Sicherheit. Deichwege sowie Zufahrten fehlen gänzlich. Im Hochwasserfall besteht die Gefahr, dass Wohnbebauung, Infrastruktur sowie die Ortslage Crossen überflutet werden.

Die Maßnahme gilt aus wirtschaftlicher und bautechnischer Sicht als vorzugswürdige Lösung und entspricht den Zielen des sächsischen Hochwasserschutzkonzeptes sowie den Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie. Trägerin des Bauvorhabens ist die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen, Betrieb Zwickauer Mulde / Obere Weiße Elster.

Der Planfeststellungsbeschluss und die festgestellten Planunterlagen werden in der Stadtverwaltung Zwickau für Jedermann zur Einsicht öffentlich ausgelegt. Die Auslegung wird zuvor ortsüblich bekannt gemacht.

Informationen zur Bauausführung

Mit bauvorbereitenden Arbeiten wird frühestens zum Jahresende 2026, mit der eigentlichen Bauausführung frühestens ab Mitte 2027 begonnen. Bis dorthin sind die weiterführenden Planungsleistungen europaweit auszuschreiben und weitere Planungsschritte sowie die Bauvergabe durchzuführen. Dies erfolgt in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel. Das für die Planung der Hochwasserschutzanlagen angesetzte Bemessungshochwasser entspricht den bisher im gesamten Stadtgebiet von Zwickau realisierten Maßnahmen.


Kontakt

Landesdirektion Sachsen

Pressesprecherin Dr. Susann Meerheim
Telefon: +49 371 532 1010
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