Brandenburg und Sachsen bekräftigen gemeinsame Verantwortung für Erhalt der sorbischen Kultur

09.04.2026, 13:33 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Im Dialog zwischen den Bundesländern mit der DOMOWINA standen die Themen Sorabistik, Sprachausbildung und der Schutz sorbischer Sprache und Traditionen im Mittelpunkt.

Gestern fand ein intensiver Austausch zwischen den Ländern Brandenburg und Sachsen sowie dem sorbischen Dachverband, der DOMOWINA – Zwězk Łužyskich Serbow | Zwjazk Łužiskich Serbow | Bund Lausitzer Sorben, statt. Die Beteiligten bekräftigten das langjährige, enge grenzüberschreitende Miteinander zum Schutz und zur Förderung des sorbischen Volks in der gesamten Lausitz.

Tobias Dünow, der Beauftragte des Landes Brandenburg für die Angelegenheiten der Sorben und Wenden: »Die enge Zusammenarbeit zwischen Brandenburg und Sachsen sowie der gemeinsame Austausch mit der DOMOWINA sind ein herausragendes Beispiel für die länderübergreifende gelebte Verantwortung für den Erhalt und die Förderung des sorbischen/wendischen kulturellen Erbes. Sorbische/wendische Kultur, ihre Traditionen und Sprachen verbinden die gesamte Lausitz und daher tun auch wir gut daran, bei unseren Aktivitäten immer die gesamte Region im Blick zu haben und uns abzustimmen.«

Franziska Brech, Beauftragte der Sächsischen Staatsregierung für Angelegenheiten der Sorben: »Mit Brandenburg und der Domowina verbindet uns das gemeinsame Ziel, sorbische Sprache und Kultur zu stärken, zu fördern und weiterzuentwickeln. Dies kann nur im Schulterschluss und im gemeinsamen Austausch gelingen. So kann Expertise ausgetauscht und Initiativen können gemeinsam ausgerichtet und miteinander abgestimmt werden. Regelmäßige Treffen, wie zum Beispiel der heutige Austausch, sind für die enge Verzahnung unserer Arbeit unverzichtbar und sollen auch in Zukunft fortgeführt werden.«

Dawid Statnik, Vorsitzender des sorbischen Dachverbandes Domowina: »Sorbische Interessen sind Querschnittsaufgaben der brandenburgischen Landes- und der sächsischen Staatsregierung. Die Schaffung der Funktion der Beauftragten in beiden Ländern war ein richtiger und wichtiger Schritt. Das Gesprächsformat mit der Domowina schafft die Möglichkeit einer Verständigung zu länderübergreifenden Anliegen und Themen. Klar erkennbar ist für mich, dass alle drei Akteure das Ziel verfolgen, die sorbische Sprache und Kultur zu fördern und zu erhalten. Um dies zu erreichen, bedarf es mehr als nur Schutzrechte. Brandenburg und Sachsen haben in der Vergangenheit mehrmals bewiesen, dass sie mit Maßnahmenplänen und verbindlichen Zielsetzungen Gutes erreichen können. Daran möchte ich gern anknüpfen.«

Zu den zentralen Themen des Gesprächs gehörten:
Sorabistik und Sprachausbildung: Unter anderem ging es um die Einführung des neuen Studienangebots für Sorbisch/Wendisch in der Primarstufe an der BTU Cottbus-Senftenberg/Chóśebuz-Zły Komorow zum Wintersemester 2026/27 als wichtigen Schritt zum Spracherhalt.
Minderheitenschutz auf Bundes- und europäischer Ebene: Brandenburg und Sachsen tauschten sich zu Möglichkeiten der weiteren Unterstützung für die Umsetzung des Bundesratsbeschlusses zur Aufnahme des Minderheitenschutzes ins Grundgesetz aus. Zudem befürworten beide Beauftragte die Unterstützung einer Bundesratsinitiative des Landes Schleswig-Holstein zur Stärkung von Minderheitensprachen im EU-Markenrecht.

Die DOMOWINA formulierte zudem ihre Forderung zur Fortschreibung der Maßnahmenpläne der Länder zur Stärkung der ober- bzw. niedersorbischen Sprache. Auch der Rückblick auf den erfolgreichen Sorbischen Ostermarkt am 21. März 2026 in der Vertretung des Freistaates Sachsen in Berlin war Gegenstand der Beratung, bei dem auch Teile der vom MWFK finanzierten Ausstellung »Getragene Vielfalt. Sorbische Trachten der Lausitz« des Sorbischen Kulturtourismus e.V. präsentiert wurden.

Die enge Zusammenarbeit und der Dialog zwischen Brandenburg, Sachsen und der Domowina unterstreichen die gemeinsame Verantwortung und das Engagement für die Förderung der sorbischen Kultur und Sprache. Der Staatsvertrag zwischen Brandenburg und Sachsen vom 28. August 1998 regelt die gemeinsame Errichtung der »Stiftung für das sorbische Volk«. Er dient der Pflege und Förderung von Sprache und Kultur der Sorben als Teil ihrer Identität. Finanziert durch Bund und Länder, unterstützt die Stiftung Projekte, Bildungseinrichtungen und die Bewahrung der kulturellen Identität in der Lausitz.


Kontakt

Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus

Pressesprecher Jörg Förster
Telefon: +49 351 564 60620
E-Mail: presse.kt@smwk.sachsen.de
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