Ökosystem Fluss mit allen Sinnen entdecken – Aktionstag an der Zwickauer Mulde
01.10.2026, 10:52 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Sachsens Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch besuchte am Donnerstag (1.10.) den sächsischen Aktionstag zum Internationalen Tag der Flüsse im Schlosspark Wechselburg. Dabei lernten Schülerinnen und Schüler der 7. und 9. Klassen die Mulde besser kennen: ihre Artenvielfalt, die Notwendigkeit von Gewässerschutz, Fragen der Wasserqualität.
»Ein Fluss ist nicht einfach nur Wasser, das bergab fließt. Er ist Lebensraum, Verkehrsweg, Trinkwasserquelle, Energiequelle und manchmal auch eine Grenze. Vor allem aber ist er ein Stück Natur, das Menschen, Tiere und Pflanzen miteinander verbindet«, so Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch. »Es braucht Menschen, die sich für den Schutz unserer Flüsse, Gewässer und Ufer einsetzen. Dafür müssen wir die Flüsse kennen und verstehen. Dieser Tag bietet uns eine besondere Gelegenheit, mehr über Flüsse im Allgemeinen und mehr über die Mulde im Besonderen zu erfahren.«
Organisiert wurde der Umweltbildungsaktionstag vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL), der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU), der Landestalsperrenverwaltung (LTV), dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) sowie der Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL).
»Die Mulde ist ein wichtiger Fluss, auch für wandernde Fischarten. Der Freistaat Sachsen hat sich mit seinem Projekt zur Wiederansiedlung des Lachses schon einmal einen Namen gemacht«, erläutert LaNU-Stiftungsdirektor Robert Clemen. »Aber auch an den Ufern der Mulde leben viele geschützte Insektenarten und zahlreiche seltene Brutvögel.«
An verschiedenen Stationen konnten die Schülerinnen und Schüler mit allen Sinnen das Ökosystem Fluss erleben: Unter Mikroskopen betrachteten sie Kleinstlebewesen und analysierten die Wasserqualität der Mulde. Sie konnten Fischarten wie Barben, Flussbarsche und Döbel bestimmen und Sandsäcke um die Wette stapeln. Sie setzten sich mit Wasserqualität und Wassermengen auseinander und halfen, den invasiven Japanischen Staudenknöterich zu bekämpfen, der die einheimische Ufervegetation verdrängt.
Hintergrund
Seit 2005 findet jährlich am vierten Sonntag im September der Internationale Tag der Flüsse statt. An diesem Tag soll weltweit an den Wert der Flüsse erinnert und das öffentliche Bewusstsein für sie erhöht werden. Ziel ist, den Schutz und die Nutzung der Gewässer so weit wie möglich in Einklang bringen. Gewässer sind Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere, sie tragen damit zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Sachsen führt aus diesem Anlass seit 2016 einen Flussaktionstag für Schulklassen durch.
Die Europäische Union führte im Jahr 2000 mit der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) eine umfassende Bewertung des ökologischen Zustandes der Flüsse und Bäche ein. Im Jahr 2021 wurden nur acht Prozent der deutschen Flüsse und Bäche in einen »guten« oder »sehr guten« ökologischen Zustand beziehungsweise ein »gutes« ökologisches Potenzial eingestuft. In Sachsen befanden sich nur 6,6 Prozent der Fließgewässer in einem guten und 0,4 Prozent in einem sehr guten ökologischen Zustand. Wir arbeiten kontinuierlich daran, den ökologischen Zustand der sächsischen Fließgewässer zu verbessern und das Ziel eines guten Zustands nach der Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen. Unter dem Leitprojekt des LfULG »Für saubere Gewässer in Sachsen« werden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt.
Informationen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie finden Sie hier:
https://www.wasser.sachsen.de/wrrl-4405.html