Hubschraubereinsatz im Gebiet um Rathen beendet
02.10.2026, 20:23 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Der Hubschraubereinsatz zur Beseitigung von Sturmschäden im Gebiet um die Felsenbühne Rathen und den Amselsee ist am 2. Oktober 2026 abgeschlossen worden.
Nach dem Sturmereignis hatte die Gefahrenabwehr im touristischen Kerngebiet um die Felsenbühne und den Amselsee höchste Priorität. Auch einer Massenvermehrung von Borkenkäfern galt es vorzubeugen. Da ein Abtransport des Holzes aufgrund der Gelände- und Zufahrtsbedingungen mit konventionellen Mitteln von dort nicht möglich war, blieb nur der schnelle Abtransport per Hubschrauber. Die Organisation und Vergabe der Leistung erfolgten durch Sachsenforst mit höchster Dringlichkeit innerhalb von zwei Wochen nach dem Sturmereignis. Den Zuschlag erhielt eine österreichische Firma, die auf solche Einsätze spezialisiert ist.
Planmäßiger und unfallfreier Ablauf
Die vorbereitenden Arbeiten auf der Fläche sowie der Hubschraubereinsatz selbst waren bestens koordiniert und liefen planmäßig sowie unfallfrei ab.
In der ersten Woche stand die Sicherung des Geländes der Felsenbühne im Vordergrund. Zahlreiche aufwendige und komplizierte Stehendentnahmen gefährlicher Bäume, bei denen der Baum erst am Lastenseil des Hubschraubers befestigt und dann abgesägt wird, waren notwendig. Anschließend erfolgte die Beräumung des Schadholzes im Raaberkessel und entlang des Ostufers des Amselsees. Insgesamt wurden so rund 2.000 Festmeter Holz per Hubschrauber abtransportiert und anschließend durch Harvester und Forwarder der Maschinenstation Königstein des Sachsenforstes zu Sortimenten aufbereitet und für den Abtransport in verschiedene Holzwerke vorbereitet.
Zum Glück spielten die Wetterbedingungen im Einsatzzeitraum weitestgehend mit, sodass nur kurzfristige Unterbrechungen der Hubschrauberarbeiten notwendig waren.
Wie es weiter geht
Zu Beginn der kommenden Woche werden letzte Sicherungs- und Aufräumarbeiten am Amselsee sowie an der Zuwegung zur Felsenbühne durchgeführt. Anschließend erfolgt die Bearbeitung weiterer Schadflächen im unmittelbaren Umfeld mit Seilkrantechnik. Bei der Seilkrantechnik handelt es sich um eine sehr bodenschonende Variante der Holzbringung im steilen und unbefahrbaren Gelände. Genau wie beim Hubschraubereinsatz verbleibt im Hinblick auf den Borkenkäfer unproblematisches Rest- und Kronenholz sowie das Laubholz auf der Fläche.
Um Gefahren für Besucherinnen und Besucher während der weiteren Aufräumarbeiten zu vermeiden, bleibt die aktuelle Waldsperrung im bisherigen Rahmen vorerst bestehen. Es wird angestrebt, den Amselsee noch im Oktober wieder für die Öffentlichkeit freigeben zu können. Bis dahin werden alle Waldbesucher weiterhin um Geduld gebeten, bis die Arbeiten abgeschlossen sind.
Der Gamrig sowie der private Parkplatz am Gamrig, der als Hubschrauberlandeplatz genutzt wurde, sind bereits wieder freigegeben. Der Parkplatz am Gamrig der Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz bleibt hingegen für die Holzlagerung im Rahmen des Seilkraneinsatzes weiterhin gesperrt. Über die aktuellen Wegesperrungen können Sie sich auf der Homepage der Nationalpark- und Forstverwaltung von Sachsenforst informieren: Sturmschädenbehebung im Rathener Gebiet - Nationalpark Sächsische Schweiz
Sachsenforst dankt allen Partnern und Unternehmen, die an den bisherigen Maßnahmen beteiligt waren, für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung sowie allen Anwohnerinnen und Anwohnern für die Akzeptanz der Maßnahme trotz erheblicher Lärmbelastung durch die Hubschrauber.
Hintergrund
Am 31. Juli hatte ein kurzes, heftiges Unwetter den Bereich um den Amselsee und die Felsenbühne Rathen schwer verwüstet. Ein Mensch kam dabei ums Leben. Meteorologen gingen davon aus, dass eine sogenannte Fallböe das Areal getroffen hat. Dabei schießt ein kräftiger Abwind aus einem Gewitter nach unten. Ein Teil der Sächsischen Schweiz, ringsum Rathen, blieb nach dem Sturmereignis gesperrt.