Erfolgreiche Fachtagung beleuchtete Geschichte und Zukunft des Klosterareals Heilig Kreuz Meißen
08.10.2026, 14:08 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Rund 80 Experten kamen am 26. September in Meißen zu einer wissenschaftlichen Fachtagung zusammen, um den aktuellen Forschungsstand aus landesgeschichtlicher, baudenkmalpflegerischer und archäologischer Sicht zu präsentieren. Veranstaltet wurde die Tagung vom Landesamt für Denkmalpflege Sachsen und dem Meißner Hahnemannzentrum e. V. in wissenschaftlicher Kooperation mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen sowie in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Meißen. Im Fokus standen auch Perspektiven für die Zukunft des ehemaligen Klosters und seines Areals – insbesondere im Hinblick auf das Meißen-Jubiläum 2029. Dies geschah in Vorträgen und in einem Podiumsgespräch mit den Vertretern verschiedener Einrichtungen. Auch die Möglichkeiten zur Integration der Geschichte des Klosters in das Jubiläum Meißen 2029 und dazugehörigen der Sächsischen Landesausstellung wurden besprochen.
Das Kloster, um 1220 von Dietrich dem Bedrängten, Markgraf von Meißen, gestiftet, wirft bis heute viele ungeklärte Fragen zur Landes- und Reichsgeschichte auf. Lange blieb das Areal von der Wissenschaft unbeachtet. Archäologischen Befunde sowie die Beziehungen zur Stadt und zur Landschaft wie der Furt zu Meißen spielen dabei eine zentrale Rolle. Nach der Reformation wurde das Kloster 1568 aufgehoben. Im Siebenjährigen Krieg teilzerstört, erhielt im Zeitalter der Romantik und des Historismus Heilig Kreuz - wie viele andere mittelalterliche Ruinen - neue Aufmerksamkeit. 1857 hob Ludwig Thiele in seiner Reisebeschreibung des Elbtals bei Meißen die Wirkung der »romanischen und gothischen Trümmer« des Klosters Heilig Kreuz hervor und betonte ihre Einbindung in die Landschaft. Seit 1899 widmet sich die sächsische Bau- und Bodendenkmalpflege dem Klosterareal. Cornelius Gurlitt, der Nestor der sächsischen Denkmalpflege, rief dazu auf, den Ruinen die »stetige Fürsorge« für deren Erhaltung zukommen zu lassen.
Seit 1994 nutzt der gemeinnützige Verein Meißner Hahnemannzentrum e. V. das Klosterareal, erhält die Baulichkeiten und hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Meißen und den Fachämtern das Areal vorbildlich weiterentwickelt sowie in neue Nutzung gebracht. Forschungen und Ausgrabungen seit 1990 haben zahlreiche neue Erkenntnisse geliefert, die nicht nur die Geschichte des Klosters erklären, sondern auch die Grundlage für dessen Revitalisierung bilden. Das Areal stellt ein Vorbild für die denkmalgerechte, moderne Nutzung historischer Bausubstanz dar, das stetig weiterentwickelt wird und für die Stadt Meißen und Region als kulturell-touristischer Anlaufpunkt großes Potential einnimmt.