Neubau des Institutsgebäudes Chemie der Technischen Universität Chemnitz schreitet voran
09.10.2026, 12:25 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Unter Leitung der Niederlassung Chemnitz des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) entsteht derzeit der Neubau des Institutsgebäudes Chemie für die Technische Universität Chemnitz. Der Neubau vereint die Fakultät für Naturwissenschaften an einem Standort, in unmittelbarer Nähe zu den Fakultäten für Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik sowie zum Forschungszentrum MAIN und den Fraunhofer-Instituten. Mit modernen Laboren und zusätzlichen Räumen für die Lehre werden für die Technische Universität Chemnitz optimale Voraussetzungen für Forschung und Lehre geschaffen.
Die Arbeiten schreiten weiter voran und aktuell wird die Bodenplatte gegossen. Die Grundfläche der Baugrube entspricht in etwa der Fläche eines Profi-Fußballfeldes. Die sieben Meter tiefe Baugrube und die teilweise bis zu zwei Meter starke Bodenplatte machen den Fortschritt sichtbar.
Die genehmigten Gesamtbaukosten betragen 135 Millionen Euro. Darin enthalten sind rund 82,1 Millionen Euro EFRE-Förderung. Die Maßnahme wird kofinanziert von der Europäischen Union zur »Verbesserung der Infrastruktur für die anwendungsorientierte Forschung« des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Die Fertigstellung des EFRE-finanzierten Bereiches ist für Ende 2030 vorgesehen.
Der zukünftige fünfgeschossige Neubau mit ca. 8.900 m² Hauptnutzfläche zeichnet sich durch eine nachhaltige, ressourcenschonende Bauweise aus. Zwei versetzt angeordnete Gebäudeteile – einer für Labore und einer für Büros – werden durch ein lichtdurchflutetes Atrium miteinander verbunden. Im Erdgeschoss sind Lehr- und Praktikumsräume, ein großzügiger Experimentalhörsaal, Seminarbereiche sowie ein offen gestaltetes Foyer mit Lounge-Charakter vorgesehen. Eine flache Rampe und ein barrierefreies Leitsystem ergänzen den Zugang. Ein Schülerlabor, als »Schaufenster der Wissenschaft« gedacht, gewährt jungen Menschen im Schulalter Einblicke in die Welt der Forschung.
Im Sockelgeschoss werden Werkstätten, technische Flächen sowie ein Chemikalienlager angeordnet. Zum Gebäudekonzept gehören eine langlebige Keramikfassade, begrünte Dachflächen und ein Solargründach. Flexible Raumaufteilungen sollen spätere Anpassungen erleichtern. Um das anfallende Regenwasser nicht direkt in das öffentliche Kanalnetz einzuleiten, wurde das Rückstauvolumen unter dem Campusareal auf 425 m³ erweitert.
Der Neubau bildet den städtebaulichen Abschluss des Campusplatzes zwischen Mensa und Hörsaalzentrum und setzt ein modernes, funktionales Zeichen für Innovation und Fortschritt. Das Ziel ist, mit diesem Vorhaben den Wissenstransfer zwischen Hochschule, Industrie und Gesellschaft zu fördern und somit die regionale sowie überregionale Wirtschaftskraft zu stärken. Es werden sehr gute Rahmenbedingungen für die enge Verzahnung von Forschung und angewandter Entwicklung geschaffen.