Abstau der Talsperre Quitzdorf beginnt - Betreten des Stauraumes verboten!

13.10.2026, 14:17 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen hat mit dem Abstau der Talsperre Quitzdorf (Lkr. Görlitz) begonnen. Nach mehr als 50 Jahren Dauerbetrieb muss das Bauwerk dringend saniert werden, was die vollständige Entleerung des Stauraumes erforderlich macht. Die Arbeiten sollen Ende 2028 abgeschlossen sein und kosten rund 20 Millionen Euro, finanziert durch Bund und Land auf Grundlage des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG). Durch den Baustellenverkehr wird es insbesondere im Bereich des Hauptdammes der Talsperre Quitzdorf und des Schöpfwerkes Kollm zu Einschränkungen kommen. Wir bitten um Verständnis.

Aufgrund der Trockenheit der vergangenen Monate ist der Stauraum der Talsperre derzeit nur knapp zur Hälfte gefüllt. Um sie vollständig zu leeren, werden noch rund 7,2 Millionen Kubikmeter Wasser geregelt an den Schwarzen Schöps abgegeben. Das Abfischen der Talsperre Quitzdorf durch den Fischereipächter erfolgt in mehreren Phasen und soll im Frühjahr 2027 abgeschlossen sein. Nach dem Wiederanstau der Talsperre 2029/2030 erfolgt ein Neubesatz. Das Vorgehen ist mit den zuständigen Wasser-, Umwelt- und Fischereibehörden sowie den betroffenen Fischereibetrieben abgestimmt und entsprechend genehmigt.

Bei der Sanierung werden unter anderem die Winkelstützmauern und die Grundablässe erneuert, die Hochwasserentlastungsanlage, die Schussrinne und das Tosbecken ertüchtigt, der Beckenpegel und das Grundablassgebäude saniert, die Armaturen und Leitungen im Grundablassbauwerk ausgetauscht, der Reichendorfer Damm instandgesetzt und das Schöpfwerk Kollm modernisiert.

Damit das Teilbecken Reichendorf den Wasservögeln weiterhin zur Verfügung steht und nicht trockenfällt, erhält es einen zusätzlichen temporären Damm aus BigBags. Geplant sind zudem Baumpflanzungen. Das Projekt wird durch eine ökologische Baubegleitung unterstützt.

Die Vorbereitungen für die Sanierung der Talsperre Quitzdorf begannen bereits im vergangenen Jahr. So wurden die Voraussetzung für die Modernisierung der Mess- Regel- und Automatisierungstechnik geschaffen sowie ein Containergebäude als Baubüro errichtet.

Die Sanierung der Talsperre Quitzdorf dient insbesondere der langfristigen Sicherung der Wasserbereitstellung und der Wassergüte für das Lausitzer Revier und den Unterlauf der Spree bis nach Brandenburg und Berlin. Damit hat die Talsperre auch in Zukunft dauerhaft eine wichtige Funktion bei der Sanierung und Stabilisierung des Wasserhaushaltes der ehemaligen Braunkohleregion.

Betretungsverbot

Die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen weist ausdrücklich darauf hin, dass das Betreten des Stauraums der Talsperre Quitzdorf verboten ist. Beim Betreten des Stauraums besteht Lebensgefahr. Über Jahrzehnte haben sich hier feine Sedimente abgelagert, in denen man leicht stecken bleiben kann. Sie bedecken eventuelle Untiefen und angeschwemmte Gegenstände, an denen man sich leicht verletzen kann.

Hintergrundinformationen

Mit einer Wasserfläche von etwa 7,35 Quadratkilometern ist die Talsperre Quitzdorf die flächenmäßig größte Talsperre Sachsens. Der Stausee ist durchschnittlich jedoch nur zwischen zwei und drei Meter tief. Gebaut wurde die Talsperre als Wasserspeicher für die Landwirtschaft und die Versorgung des Kraftwerkes Boxberg mit Kühlwasser. Heute wird sie im Verbund mit der Talsperre Bautzen bewirtschaftet. Ihre Hauptaufgabe ist der Hochwasserschutz. Bei Trockenheit höht sie zudem den Pegel des Schwarzen Schöps, der in die Spree mündet.


Kontakt

Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen

Pressesprecherin Katrin Schöne
Telefon: +49 3501 796 378
Telefax: +49 3501 796 116
E-Mail: presse@ltv.sachsen.de

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