Freistaat Sachsen fördert Hochwasserschutz in Hainichen mit 4,5 Millionen Euro
19.10.2026, 16:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
Die Stadt Hainichen erhält 4,5 Millionen Euro für den Neubau eines Hochwasserrückhaltebeckens an der Kleinen Striegis. Der Zuwendungsbescheid wurde im Rahmen eines feierlichen Termins von Georg-Ludwig von Breitenbuch, Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, an Oberbürgermeister Greysinger übergeben.
Georg-Ludwig von Breitenbuch, Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft betonte die Bedeutung des Projekts: »Dieses Rückhaltebecken ist ein Meilenstein für den Hochwasserschutz in Hainichen. Es schützt nicht nur Wohngebäude, Gewerbe und Infrastruktur vor zukünftigen Überflutungen, sondern ist auch ein starkes Zeichen für die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen. Hochwasser kennt keine Grenzen, weder kommunale noch administrative. Deshalb ist es unsere gemeinsame Verantwortung, Vorsorge zu treffen. Der Freistaat steht an der Seite der Städte und Gemeinden, wenn es um den Schutz der Bürgerinnen und Bürger geht.«
Oberbürgermeister Greysinger: »In Hainichen gibt es bereits seit über 100 Jahren Pläne für einen wirksamen Hochwasserschutz entlang der Kleinen Striegis. Da zahlreiche Gebäude in unserer Stadt eng ans Gewässer gebaut sind, ist das Zerstörungspotential der normalerweise friedlich vor sich hin plätschernden Kleinen Strieigis sehr hoch. Hinzu kommt, dass es aufgrund der geringen Gewässerlänge zwischen dem Quellgebiet und unserer Stadt und den zahlreichen hängigen Flächen entlang des Bachbetts im Gegensatz zu größeren Gewässern keine größeren Vorwarnzeiten gibt. Ich freue mich sehr, dass die Anwohner der Kleinen Striegis bald ruhiger schlafen können, auch wenn der Wetterbericht große Niederschlagsmengen vorhersagt.«
Extreme Niederschläge führten in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Hochwasserereignissen im Einzugsgebiet der Kleinen Striegis. Besonders die Jahre 2002, 2006 und 2013 verursachten großflächige Überflutungen und erhebliche Schäden an Wohngebäuden, Gewerbe- und Infrastruktureinrichtungen in Hainichen. Um diese Gefahr nachhaltig zu mindern, wurde bereits 2009 ein Hochwasserschutzkonzept erarbeitet, das die Errichtung eines Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) als zentrale Maßnahme vorsah.
Das nun bewilligte Projekt umfasst den Neubau eines »grünen Beckens« südlich des Berthelsdorfer Ortskerns mit einem Stauvolumen von rund 170.000 Kubikmetern. Bei Normalwasser fließt die Kleine Striegis ungehindert durch den Damm, während das Becken nur bei Hochwasser eingestaut wird. Dadurch soll ein schadloser Abfluss innerhalb der Ortslage gewährleistet und die Stadt vor einem Hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) geschützt werden.
Hintergrund
Im Rahmen der Förderrichtlinie Gewässer/Hochwasserschutz (FRL GH/2024) gewährt der Freistaats Sachsen Zuwendungen für Maßnahmen zur Verbesserung des Zustandes oder Potenzials der Gewässer sowie Maßnahmen des Hochwasser- und Starregenrisikomanagements unter Berücksichtigung der demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Auswirkungen des Klimawandels.
Mit einer Fördersumme von über 4,5 Millionen Euro ist das Hochwasserrückhaltebecken an der Kleinen Striegis eines der größten Projekte, die seit Beginn des Förderprogramms im Jahr 2005 bewilligt wurden. Die Gesamtkosten des Vorhabens werden zu 75 Prozent vom Freistaat Sachsen getragen.