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18.05.2018, 12:00 Uhr

Unkraut vergeht nicht – oder doch?

Aktion Feldrittersporn – jetzt finden und mitmachen!

An Feld- und Straßenrändern in Sachsen blühen vielerorts bereits die Ackerwildkräuter. Während das leuchtende Rot des Mohns oder das sprichwörtliche Kornblumenblau Jahr für Jahr die Blicke der Menschen auf sich ziehen, fristen die meisten Wildkräuter ein eher unscheinbares Dasein. Sie werden leicht übersehen und kaum jemand bemerkt, dass viele von ihnen immer seltener werden. Der Feldrittersporn steht beispielhaft dafür.

Unter dem Motto „Man kann nur schützen, was man kennt!“, hat das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) eine Kampagne zum Schutz der Ackerwildkräuter gestartet. Sie soll zum einen die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die oft verschmähten Ackerwildkräuter lenken und zum anderen zum Mitmachen animieren.

Fast spielerisch können z. B. Eltern mit ihren Kindern oder Lehrer mit ihren Schülern entlang der Feldraine Ackerwildkräuter bestimmen. Das LfULG hat dazu eine Bestimmungshilfe veröffentlicht. In der handlichen Größe eines Kartenspiels passt der kleine Fächer in jede Jacken- oder Hosentasche und kann so jederzeit gezückt werden. Bewusst enthält er Arten, die noch nicht zu den seltensten gehören, so dass sie – abhängig vom Standort – in den Randbereichen der Äcker noch auffindbar sein müssten. Sortiert sind die Ackerwildkräuter nach ihrer Blütenfarbe und alphabetisch.

Für den Feldrittersporn ruft das LfULG zu einer besonderen Mitmachaktion auf: Er steht in Sachsen als gefährdete Art auf der Roten Liste. Insbesondere im Erzgebirge, in Mittelsachsen und östlich der Elbe gibt es seit Beginn des 21. Jahrhunderts nur noch wenige Funde. Wer ihn entdeckt, wird gebeten, den Fund zu melden.

Für den sachsenweiten Meldeaufruf hat das Landesamt eine Internetseite eingerichtet, auf der sich alle Interessierten informieren können: Der Fächer „Ackerwildkräuter – Bestimmungshilfe“ – kann kostenlos bestellt werden:

Ackerwildkräuter werden auch Segetalpflanzen genannt. Sie treten als Begleiter der Kulturpflanzen bevorzugt am Ackerrand auf. Einige Pflanzen haben sich eng an den Ackerbau angepasst. Sie könnten ohne ihn oder spezielle Kulturpflanzen gar nicht mehr existieren. Bis in das 19. Jahrhundert waren Äcker mit zahlreichen Wildkräutern ein typischer Bestandteil der Kulturlandschaft, da aufgrund der Dreifelderwirtschaft günstige Bedingungen für eine artenreiche Wildkrautflora gegeben waren.

Heute zählen Ackerwildkräuter zu den gefährdetsten Pflanzenartengruppen überhaupt. Sie zu erhalten, sollte unser aller Anliegen sein. Viele der vorkommenden Arten dienen dem Erhalt der blütenstäubenden Insekten, die wiederum die Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten sind. Ebenso tragen sie zur Humusbildung oder zum Erosionsschutz bei und sind Zeigerpflanzen für den Bodenzustand.

Freundlicher Hinweis:

Bewirtschaftete Ackerflächen dürfen während ihrer Nutzzeit nicht betreten werden.

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Umwelt
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Pressesprecherin Karin Bernhardt
Telefon +49 351 2612 9002
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