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31.01.2019, 13:01 Uhr

Die Zukunft der Landwirtschaft: Digital und nachhaltig

Sachsen ist spitze bei innovativer Landwirtschaft

„Wir müssen und ich bin mir sicher, dass wir die vielfältigen und neuen Herausforderungen der sächsischen Landwirtschaft zusammen mit unseren Partner lösen können. Die Schlüsselworte sind Digitalisierung und Innovation“, sagte Staatsminister Thomas Schmidt heute (31. Januar 2019) im Rahmen der Befragung der Staatsminister im Sächsischen Landtag. „Die Herausforderungen liegen vor allem in der Akzeptanz der Landwirtschaft als Wirtschaftszweig sowie den stetig wachsenden gesellschaftlichen Anforderungen an die landwirtschaftliche Produktion, aber auch weniger Bürokratie und mehr unternehmerische Freiheit für die Betriebe.“

Dabei sei der Einklang von Ökonomie und Ökologie entscheidend. Die Erkenntnisse aus Boden-, Pflanzen- und Umweltforschung müssen mit technologischer Innovation und Naturschutzkonzepten kombiniert werden, um die Landwirtschaft in Sachsen noch nachhaltiger zu gestalten. „Wir werden noch intensiver an der Entwicklung und dem Einsatz moderner Technologien und einem effizienteren Betriebsmitteleinsatz arbeiten. Technologische Innovationen und der Schutz der Ökosysteme stehen untrennbar im Zusammenhang“, sagte der Staatsminister. „Die Forschung wird uns helfen, effiziente und gleichzeitig ressourcen- und umweltschonende Anbausysteme zu entwickeln.“ Partner sind Wissenschaftseinrichtungen, wie die sächsischen Hochschulen und die Fraunhofer Gesellschaft, Land- und Forstwirtschaftsbetriebe sowie leistungsfähige Unternehmen im Bereich Digitalisierung und Sensorik.

Die Zukunftsinitiative simul+ des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) setzt seit über zwei Jahren klare Schwerpunkte bei Wissenstransfer und Innovationen in den Bereichen Umwelt und Landwirtschaft. Um dies auszubauen, wurde die Zukunftsinitiative kürzlich um den simul+InnovationHub erweitert. Mit der Zukunftsinitiative nimmt Sachsen eine Spitzenposition deutschlandweit ein. Der Freistaat hat mit dem simul+InnovationHub als erstes Bundesland in Deutschland einen Hub gegründet, der ausschließlich auf die Umwelt, Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft gerichtet ist – insbesondere mit Bezug auf den ländlichen Raum. Dafür hat Sachsen bereits Kontakte auf europäischer Ebene geknüpft, um die Arbeit des simul+InnovationHub nicht nur auf Sachsen zu begrenzen. Die dynamische Struktur des simul+InnovationHub soll sicherstellen, dass auch ein reger und gewünschter Austausch mit nationalen und internationalen Partnern möglich ist.

Die ersten Projekte des InnovationHub sind bereits in der Umsetzung. Im Bereich der Landwirtschaft ist etwa zur Verbesserung des Tierwohls und der Tiergesundheit der „CowBodyScan“ zu nennen. Mit diesem automatischen 3D-Bildanalysesystem werden unter anderen die Körperkonditionen und der Gang von Kühen beobachtet und analysiert. Erforscht wird auch der Präzisions-Ackerbau (Precision Farming). Hier können über sensible Sensortechnik genaue Eigenschaften des Bodens und der Pflanzen ermittelt und zentimetergenau bewirtschaftet werden. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern schont auch die Umwelt. In Planung ist daneben ein Projekt zur Weiterentwicklung der Feldschwarmtechnologie zur Bodenbearbeitung und zum Pflanzenschutz. Darüber hinaus sind bereits weitere Forschungsprojekte geplant – auch über den Bereich der Landwirtschaft hinaus. Beispielhaft seien ein Online-Marktplatz für regionale Produkte oder „Digitale Dörfer“ genannt.

Neben der Zukunftsinitiative simul+ will das SMUL selbst den digitalen Pflanzenbau auf dem Lehr- und Versuchsgut Köllitsch erforschen und testen. Dazu soll am konkreten Beispiel die schrittweise Digitalisierung eines Pflanzenbaubetriebes mit den Schnittstellen zur Tierproduktion erprobt werden. Hierfür werden beispielhaft im Getreideanbau einzelne Prozesse wie Pflanzenschutz digitalisiert und zu digitalisierten Prozessketten über ein Management- und Informationssystem verknüpft. Monotone Feldarbeiten innerhalb von Prozessen und Prozessketten bieten eine sinnvolle Möglichkeit im Rahmen der Digitalisierung automatisiert zu werden („Remote Ackerbau“). Zur Verbesserung von Tiergesundheit und -wohl werden am Lehr- und Versuchsgut neue Lösungen zur Tieridentifikation und -lokalisation, zum Tracking und zu Assistenzsystemen getestet. Dabei soll vor allem an technischen Lösungen zur Herdenbewirtschaftung und digitalen Geschäftsprozessen gearbeitet werden, wie zum Beispiel an intelligenten Tor- und Fressgitter-Steuerungen. Dazu wird das Lehr- und Versuchsgut Köllitsch zum Testzentrum für Prozessdigitalisierung und Robotik in der Milcherzeugung ausgebaut.

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