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Die Weiterentwicklung des Medizinstudiums – MiLaMed

15.05.2020, 09:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Symbolbild Medizinstudium (© S. Reichhold)

Die Universitäten Leipzig und Halle-Wittenberg gehen zusammen neue Wege in der Medizinerausbildung

Sachsen und Sachsen-Anhalt starten das nächste, langfristig angelegte Projekt gegen den Ärztemangel auf dem Land. Mancherorts droht bereits Unterversorgung. Vor allem Hausärzte, aber zum Beispiel auch Hautärzte, Augenärzte und Kinderärzte werden dringend benötigt. Auch in kleineren Krankenhäusern in den Regionen macht sich der fehlende Nachwuchs bemerkbar. Zu wenige junge Ärzte entscheiden sich dafür, sich nach ihrem Studium als Mediziner auf dem Land niederzulassen. Das bedroht langfristig die Versorgungssicherheit im ländlichen Raum. Um Studierende schon während ihres Medizinstudiums für eine Tätigkeit außerhalb der Großstädte zu begeistern, haben die Medizinischen Fakultäten der Universitäten Leipzig und Halle-Wittenberg das Lehrkonzept »MiLaMed« entwickelt. Der Begriff steht für »Mitteldeutsches Konzept zur longitudinalen Integration landärztlicher Ausbildungsinhalte und Erfahrungen in das Medizinstudium« Mit den vier mitteldeutschen Modellregionen Nordsachsen, Vogtlandkreis, Anhalt-Bitterfeld und Mansfeld-Südharz soll das weiterentwickelte Ausbildungskonzept im Bereich Medizin erprobt werden.
MiLaMed wird vom Bundesgesundheitsministerium gefördert und vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus nachdrücklich unterstützt.

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow:
»Mit dem Projekt MiLaMed wird die Medizinerausbildung im Großraum Leipzig/Halle um elementare Inhalte und mehr Praxisbezug außerhalb der Ballungsräume erweitert. Gleichzeitig geht das Projekt auch neue, digitale Wege - zum einen in der Art und Weise wie die Ausbildungsinhalte vermittelt werden, zum anderen soll künftig auch die Telemedizin Teil des Ausbildungsplanes sein. Ein Ziel der Neuausrichtung des Medizinstudiums im Projekt MiLaMed ist die frühe Anbindung an Haus- und Facharztpraxen im ländlichen Raum. Die Ärztinnen und Ärzte vor Ort sind ebenso Ausbilder und werden ihrerseits für diese Aufgabe vorbereitet. Auch wenn MiLaMed aufgrund der aktuellen Corona-Einschränkungen anders als ursprünglich geplant gestartet ist, bin ich überzeugt, dass es binnen kürzester Zeit seine volle Wirkung entfalten kann. Neben der neuen Mediziner-Ausbildung am Klinikum Chemnitz bringt Sachsen hier länderübergreifend in Kooperation mit der Uni Halle-Wittenberg ein weiteres Instrument an den Start, dem Ärztemangel in ländlichen Regionen in den nächsten Jahren nachhaltig zu begegnen. Mit der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation des Projekts kann MiLaMed künftig auch Vorbild für neue Ausbildungsmodelle im Bereich Medizin für ganz Deutschland sein.«

MiLaMed wurde umfangreich vorbereitet. Ein Jahr lang wurden Studierende und Ärzte befragt, Gespräche mit Landratsämtern und Bürgermeistern geführt, Rahmenbedingungen für Praktika verhandelt, Arztpraxen und Krankenhäuser als Praktikumsanbieter angeworben.
Anfallende Kosten, etwa für Fahrt und Unterkunft, können über MiLaMed übernommen werden. Die Kommunen und Landkreise unterstützen bei der Unterkunftssuche, Mobilität vor Ort und der Finanzierung von Freizeitaktivitäten. Das Projekt wird zunächst über zwei Jahre erprobt und wissenschaftlich evaluiert. Eine anschließende Fortsetzung und Erweiterung auf weitere Landkreise wird angestrebt.

Hintergrund:
Die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig ist mit rund 3.400 Studierenden die größte Ausbildungsstätte für Studierende der Human- und Zahnmedizin sowie die einzige für Pharmazie in ganz Sachsen. Weiterführende Studien-Angebote für den haus- und landärztlichen Nachwuchs sind breit aufgestellt.
An der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg werden die Studiengänge Medizin, Evidenzbasierte Pflege, Gesundheits- und Pflegewissenschaft sowie - als einziger Studienort in Sachsen-Anhalt - Zahnmedizin angeboten.

ausführliche Informationen: www.milamed.de

Ansprechpartnerin:
Peggy Darius, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. (E-Mail-Kontakt: Peggy.Darius@medizin.uni-leipzig.de)


Weiterführende Links

Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Pressesprecher Falk Lange

Telefon: +49 351 564 60200

E-Mail: falk.lange@smwk.sachsen.de

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