Feldhamster, Flussperlmuschel und Streuobstwiesen – die LaNU in bewegten Zeiten

11.09.2026, 21:50 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Hamsterauswilderung in Nordsachsen (© Archiv LaNU)

Der Stiftungsdirektor der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt mit einem Zoomitarbeiter bei der Auswilderung von Feldhamstern in Nordsachsen

Hamsterauswilderung in Nordsachsen (© Archiv LaNU)

Der Stiftungsdirektor der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt mit einem Zoomitarbeiter bei der Auswilderung von Feldhamstern in Nordsachsen

Der Stiftungsdirektor der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt mit einem Zoomitarbeiter bei der Auswilderung von Feldhamstern in Nordsachsen

Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt legt Geschäftsbericht vor und thematisiert das Artensterben

Die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) lud gestern ins Pressezentrum der Landespressekonferenz im Sächsischen Landtag ein. Diese stand unter dem Motto: »Feldhamster, Flussperlmuschel und Streuobstwiesen – die LaNU in bewegten Zeiten«.
Die LaNU widmete sich im letzten und im laufenden Jahr dem praktischen Artenschutz. Feldhamster und Flussperlmuschel standen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Außerdem pflegte die Stiftung ihre 41 Flächen bewusst naturschutzgerecht. Dazu gehören Streuobstwiesen wie und auch Bergbaufolgelandschaften.

»Eine britische Regierungsanalyse warnt, dass der Verlust der biologischen Vielfalt und der Zusammenbruch von Ökosystemen auch erhebliche Folgen für Wirtschaft und Versorgungssicherheit haben kann«, erklärte Robert Clemen »Ich möchte nicht, dass solche Warnungen auch für die Bundesrepublik ausgesprochen werden müssen. Deshalb engagagieren wir uns bewusst im Artenschutz«, ergänzt der LaNU-Chef.
»Wir müssen sofort etwas tun, damit weitere Vogelarten wie der große Brachvogel und die Uferschnepfe in Sachsen nicht aussterben. Die Brutbestände des Rebhuhns sind in den letzten 30 Jahren im Freistaat Sachsen auf ein Prozent ihrer ehemaligen Größe gesunken, die des Kiebitzes auf sieben Prozent, so Stiftungsdirektor Robert Clemen. »Deshalb haben wir im nächsten Jahr vor, zusammen mit dem Zoo Leipzig auf unseren Flächen in Nordsachsen Rebhühner auszuwildern«, ergänzt Clemen.

Die LANU fördert Projekte der Umweltbildung und des Naturschutzes. Sie hat im vergangenen Jahr 35 Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von rund 365.000 Euro bewilligt. Das größte war eine Hecke zum Biotopverbund im Landkreis Zwickau mit einer Förderung rund 24.500 Euro. Diese schafft Lebensraum für die Schleiereule.
Die kleinste Förderung unterstützte eine Informationsveranstaltung für 500 Euro. Sie zielte auf den Blutbär, einen Schmetterling, dessen Raupen das für Weidetiere giftige Jakobskreuzkraut fressen und die Pflanze so ganz ohne Chemie zurückdrängen.

Um das Thema Beweidung dreht sich der neu eröffnete Lehrpfad der LaNU im Naturschutzgebiet Bockwitzer See. Dort können Kinder und Erwachsene auf drei Routen gemeinsam mit Konni, einem Konikpferd, und Tauro, einem Taurusrind, erkunden, warum Weidetiere einen so wertvollen Beitrag zum Naturschutz leisten.

Die Akademie der LaNU verfügt über gewachsene Strukturen und ein starkes Netzwerk im Umwelt- und Naturschutz. Sie organisiert jährlich über 150 Veranstaltungen zur Qualifizierung und Wissensvermittlung. Ihre Umweltmobile an Bildungseinrichtungen sind jedes Jahr zu etwa 450 bis 500 Einsätzen unterwegs. Außerdem koordiniert sie das Nachwuchsprogramm Junge Naturwächter (JuNa) und weitere Netzwerke in Sachsen. Hierzu gehören das Netzwerk Natur Sachsen, die Naturschutzstationen und das Servicestellennetzwerk BNE. Ebenso ist die LaNU Träger von Freiwilligendiensten. Damit erreicht die Akademie viele Zielgruppen und Menschen und fördert so seit über 30 Jahren das Fundament für ein langfristiges Engagement im Naturschutz.

Hintergrund

In Großbritannien sorgt ein brisanter Regierungsbericht für gewaltiges Aufsehen: Der Zusammenbruch globaler Ökosysteme wird darin als akute Bedrohung für die nationale Sicherheit des Landes eingestuft.
Das Brisante: Eigentlich hätte das Papier bereits im Herbst 2025 veröffentlicht werden sollen. Doch das Büro des Premierministers griff offenbar ein. Aus Sorge, die düstere Analyse sei "zu negativ" und könnte politische Unruhe auslösen. Aufgrund einer Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz wurde eine 14-seitige Version letztendlich veröffentlicht.
Offiziell wird der Bericht nur dem Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (DEFRA) zugeschrieben. Britischen Medien zufolge ist er aber vom gemeinsamen Geheimdienstausschuss, der MI5 und MI6 beaufsichtigt, erstellt worden.

In dem sogenannten »Geheimpapier« heißt es: »Neben dem Klimawandel gehört der Biodiversitätsverlust zu den größten mittel- bis langfristigen Risiken für die heimische Lebensmittelproduktion. Ursachen sind ausgelaugte Böden, der Verlust von Bestäubern sowie Dürre- und Hochwasserlagen. Ein Kollaps von Ökosystemen würde das britische Agrarsystem massiv unter Druck setzen. Es fiele schwer, schnell auf neue Ansätze und Technologien umzusteigen, die für die Versorgung nötig wären.«

Warum ist die Biodiversitätskrise so gefährlich für Großbritannien und auch für ganz Europa?

In den letzten 50 Jahren sind fast 70 Prozent der Bestände aller Wirbeltiere verschwunden, allein in Europa 800 Millionen Singvögel. Pro Stunde verlieren wir ein bis zwei Tier- oder Pflanzenarten. Oft unbemerkt, da viele Arten noch gar nicht beschrieben sind.
Biodiversität bildet die Grundlage für lebenswichtige Ökosystem-Leistungen: Sie liefert Nahrungsmittel und Trinkwasser, reguliert Klima und Erosion, bildet Böden und hält Nährstoffkreisläufe aufrecht. 60 Prozent aller menschlichen Wirtschaftsleistungen hängen direkt oder indirekt von diesen Diensten ab.

Möchten Sie mehr zur LaNU wissen, dann schauen Sie bitte auf unserer Homepage www.lanu.de


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