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Ein neues Institutsgebäude für die Wetterforschung an der Universität Leipzig

05.05.2023, 10:30 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)

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Gesamtansicht Institut für Meteorologie Leipzig (© SIB)

Gesamtansicht Institut für Meteorologie Leipzig (© SIB)

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Fassade Institut für Meteorologie (© SIB)

Fassade Institut für Meteorologie (© SIB)

Heute hat Finanzminister Hartmut Vorjohann ein neues Forschungsgebäude des Instituts für Meteorologie der Universität Leipzig an die Rektorin der Universität, Prof. Dr. Eva Inés Obergfell, übergeben. Das renommierte Institut für Meteorologie gehört mit sieben Professuren und zirka 150 Studierenden zu einem der größten meteorologischen Institute in Deutschland.

Finanzminister Hartmut Vorjohann: »Für rund 10 Millionen Euro ist nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren ein modernes, nachhaltiges Gebäude entstanden, das Forschung und Lehre des Instituts an einem Ort bündelt. Für die Spitzenforschung stehen eine neue Klimakammer, ein Windkanal und Messgeräte auf dem Dach bereit. Im Gebäude wechseln sich Bereiche von Transparenz und konzentriertem Arbeiten ab und schaffen für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Klima des Wohlfühlens.«

Rektorin Prof. Dr. Eva Inés Obergfell: »Es ist eine große Freude, diesen Neubau heute übernehmen zu können. Die langjährigen Bemühungen von Universität und Freistaat haben zu einem beeindruckenden Ergebnis geführt, dafür gebührt allen Beteiligten unser großer Dank. Mit dem Neubau ergeben sich hervorragende Möglichkeiten für die weitere Entwicklung des Instituts. Es zählt dank der exzellenten Arbeit von Institutsdirektor Professor Wendisch und seinen Kolleginnen und Kollegen bereits jetzt zu den führenden Einrichtungen Deutschlands und ist auch international als Zentrum der Wolken- und Klimaforschung weithin sichtbar und anerkannt. Ein Ausweis dafür ist die leitende Rolle des Instituts in Top-Projekten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, nämlich im transregionalen Sonderforschungsbereich zu Arktischen Klimaänderungen und im Schwerpunktprogramm zur Nutzung des Höhenforschungsflugzeuges HALO. Auch bei einer unserer drei Antragsskizzen im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder hat das Institut für Meteorologie die Federführung übernommen. Ohne den Neubau wären solche zukunftsweisenden Aktivitäten nur schwer realisierbar.«

Das Institut war bisher an drei Standorten untergebracht. Bei dem Neubau mit fast 900 Quadratmetern Nutzfläche am historischen Standort »Alte Sternwarte« handelt es sich um ein Plus-Energie-Haus. Das Gebäude versorgt also nicht nur sich selbst, sondern produziert darüber hinaus Energie. Dies geschieht durch Photovoltaikplatten oder eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonden.

Architektonisch spiegelt das Gebäude äußerlich als auch innerlich die Arbeit des Institutes wieder. Die Fassade soll dabei an eine weiße Wolke erinnern, die auf der Erde gelandet ist. Sie wird ausgebildet durch helle, leicht spiegelnde Platten, deren Farbe sich im Tagesverlauf durch Licht und Schatten ändert. Drei Seiten der Fassade und das Dach enthalten dabei Photovoltaik-Module, deren Strom für das Haus und andere Gebäude auf der Liegenschaft genutzt werden kann. Der Einbau von hellen Photovoltaik-Platten an der Fassade ist dabei eine Besonderheit. Im Inneren zeigt sich ein Wechselspiel aus Transparenz und Zurückgezogenheit, die für die offene Kommunikation als auch das konzentrierte Arbeiten des Institutes stehen. Die Bereiche Lehre und Forschung vermischen sich dabei und es entstehen viele Blickbeziehungen sowohl im Gebäude als auch nach draußen in die Natur.

In den Fluren hängen Kunstwerke der Künstlerin Kerstin Heymach, die im Rahmen der »Kunst am Bau« angekauft wurden. Es handelt sich um eine zeichnerische Dokumentation einer internationalen Expedition in die Arktis, die wesentlich durch Wissenschaftler des Leipziger Institutes getragen wurde.

Die 70 Forschenden am Leipziger Institut für Meteorologie arbeiten daran, die Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere in der Arktis, genauer zu verstehen. Sie untersuchen zusammen mit internationalen Partnern die Prozesse, die die Entwicklung von Wetter und Klima in der Troposphäre, der mittleren und oberen Atmosphäre steuern. Dazu analysieren sie Daten aus spezialisierten Beobachtungen und Messungen, die sie unter anderem per Satellit und mithilfe von Forschungsflugzeugen durchführen.

Neben dem Neubau befindet sich die so genannte »Alte Sternwarte«. Das ursprünglich als Wohnhaus für die Observatoren geplante Gebäude wurde 1861 Hauptsitz des Institutes. Die »Alte Sternwarte« und der Neubau sind zwei Teile einer Gesamtbaumaßnahme. Nach Bezug des Neubaus kann nun die Sanierung der alten Sternwarte beginnen. Hierfür stellt der Freistaat Mittel in Höhe von über 2,6 Millionen Euro bereit. Eine Fertigstellung ist voraussichtlich Anfang des Jahres 2025 geplant.


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