Schwarmbeben im Vogtland weiter aktiv
02.01.2026, 11:54 Uhr — Erstveröffentlichung
Mehre spürbare Beben am Neujahrstag
Im Vogtland hat gestern Abend wieder die Erde gebebt. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) bestätigt nach erster Auswertung fünf deutlich spürbare Beben.
Die beiden stärksten registrierten Erdstöße ereigneten sich am 1.Januar 2026 um 18:04 Uhr Mitteleuropäischer Zeit mit einer Magnitude von 3,2 auf der Richterskala und um 17:38 Uhr mit einer Magnitude von 3,1. Drei weitere Beben erreichten Magnituden von 2,3, 2,4 und 2,7 auf der Richterskala. Der Erdbebenherd lag in einer Tiefe von etwa 7,5 Kilometern.
Der Erdbebenschwarm nahe Luby (Tschechische Republik) an der Grenze zu Sachsen ist seit dem 20. November aktiv. Bei den aktuellen Beben handelt sich um die dritte aktive Phase des Bebenschwarms. Zuletzt waren um den Nikolaustag herum deutliche spüre Beben registriert worden. Das LfULG berichtete.
Bei Erdbeben dieser Stärke sind keine Schäden zu erwarten, sie werden aber von Menschen deutlich spürbar wahrgenommen.
Die Magnitude 3,2 wurde zuletzt im Jahr 2018 überschritten. Damals wurden Lokalmagnituden von 3,8 am 21.Mai und von 3,3 am 23. August registriert.
Die Region Vogtland/Nordwestböhmen ist bekannt für Schwarmbeben. Dabei treten in dichter zeitlicher Reihenfolge viele Erdbeben im gleichen Herdgebiet auf. Die letzten größeren Erdbebenschwärme ereigneten sich von Mai bis August 2014, im Juli 2017 und im Mai bzw. August 2018. Kleinere Schwärme traten zwischen Weihnachten und Silvester 2021 auf.
Die Erdbebenüberwachung in Sachsen erfolgt durch den Seismologie-Verbund Sachsen, der vom LfULG koordiniert wird. Der Verbund betreibt zahlreiche Messstationen in Mitteldeutschland, um die seismische Aktivität in dieser Region zu überwachen. Die Stationen befinden sich im Vogtland, dem Westerzgebirge, in Thüringen und in Sachsen-Anhalt.